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Zuwanderer integrieren!/Migranten integreren!, Münster

Zielstellung Bei dem Projekt handelt sich um ein binationales INTERREG-Projekt, gefördert durch Mittel des Landes NRW, der Provinz Overijssel, der Europäischen Union im Rahmen der Arbeit des Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE), der Gemeinde Enschede (NL), des ROC van Twente (NL), der Stadt Münster. Das Projekt wurde begleitet und unterstützt durch die EUREGIO. In dieser Präsentation wird der deutsche Projektteil dargestellt.

Zu dem Zeitpunkt der Beantragung des Projekts war das Thema der Integration von Neuzuwanderern von großer Bedeutung. In Kooperation mit der niederländischen Gemeinde Enschede, später auch mit dem dortigen regionalen Bildungszentrum ROC, ging es darum, den individuellen Integrationserfolg im kommunalen Kontext zu optimieren. Zielgruppe in Münster war die Neuzuwanderergruppe der Spätaussiedler.

Anlass des Projektes und damit als Ziel definiert war die bessere Integration und Partizipation der neu Zugewanderten in Gesellschaft, Bildung und Arbeit. Damit verbunden war das Ziel der Reduzierung von sozialen Auffälligkeiten, der Integration in Stadtteile und Arbeit und letztendlich damit verbunden war auch das Erreichen positiver Effekte für die öffentlichen und sozialen Kassen in Münster, im Land und im Bund.

Gemessen wurde der individuelle Integrationserfolg anhand eines Indikatorensets:
  • Kulturation
    - Sprachkenntnis
    - Kenntnis der Aufnahmegesellschaft
  • Platzierung
    - Teilnahme am Arbeitsmarkt
    - Sonstige gesellschaftliche Aktivitäten
    - Unabhängige Grundversorgung
    - Bildungsniveau
  • Interaktion
    - Keine segregierte Wohngegend
    - Mitgliedschaft in Vereinen und Organisationen
    - Informeller Kontakt zu Einheimischen
    - Ethnischer Hintergrund des Partners
  • Identifikation
    - Selbsteinschätzung
    - Einverständnis mit westlichen Werten und Auffassungen


Projektbeschreibung Im Projekt wurde die Integration von neu zugewanderten Spätaussiedlern nach einem neuen Konzept realisiert. Die Arbeit wurde evaluiert und verglichen mit den Ergebnissen einer Begleitgruppe, die nach dem bisherigen Verfahren begleitet wurde.

Die neuen Integrationsprinzipien in der Praxis: Auf der Basis intensiver Vertrauensbildung wurde zu Beginn der Zuwanderung zwischen der hauptamtlichen Integrationslotsin und den Zugewanderten ein Integrationsvertrag für den Zeitraum eines Jahres mit gegenseitiger Verbindlichkeit vereinbart. Basis war die Erhebung einer ganzheitlich orientierten Potential- und Bedarfsanamnese. Damit waren neben den Elementen Bildung, Sprache und Berufsqualifikation auch kulturelle, sportliche, musische, kirchliche und weitere Aktivitäten als Potentiale und Ziele für das erste Jahr identifiziert. Ziel der Arbeit war der erfolgreiche Start der neu Zugewanderten in Münster in einem nicht-segregierten Stadtteil.

Nach der anfänglichen Unterbringung in einer Übergangseinrichtung konnten etwa 90% der Neuzugewanderten ihre erste Wohnung in einem nicht segregierten Stadtgebiet beziehen, wo ein Andocken im Stadtteil an die Angebote des Netzwerkes (s.u.) im Kontext ihrer zuvor definierten Potentiale realisiert wurde.

Die Netzwerkarbeit für Migration in der Stadt Münster wurde durch die Gründung des "Stadtweiten Netzwerkes - Integration für Menschen mit Migrationsvorgeschichte" begleitet. So entstand das Integrationsprinzip: Lotsenarbeit - Wohnen - Netzwerk.

Nur im Zusammenspiel dieser drei Elemente mit dem Zentrum des Wohnens in nicht segregierten Stadtteilen entstanden erhebliche Synergieeffekte und deutlich erhöht gemessene Integrationserfolge der Zuwanderer.

Positiv begleitet wurde der Prozess durch die "AG Xenia", besetzt mit Vertretern von 36 gesellschaftstragenden Institutionen, unter ihnen auch die Wohnungsbaugesellschaften in Münster, die beispielsweise entsprechenden Wohnraum zur Verfügung stellten.

Wesentlich sind die drei Elemente der Integrationsprinzipien
  • Lotsenarbeit, eine fachlich gut Case-Work-Arbeit in einer Anbindung an die Vertreter des Themas Wohnen und die Vertreter des Integrationsnetzwerkes.

  • Das Thema Wohnen als zentralem Integrationsverstärker und -beschleuniger. Zuwanderer, die in der beschriebenen Weise und Begleitung ihren Wohnraum in nicht segregierten Wohngebieten fanden, waren bezogen auf verschiedene Indikatoren um ein Vielfaches erfolgreicher als die Teilnehmer der Begleitgruppe, beispielsweise waren sie im Bereich der Arbeitsaufnahme doppelt so erfolgreich. Alle waren eingebunden in Maßnahmen, niemand war alleine, es gab keine messbaren sozialen Auffälligkeiten nach drei Jahren.

  • Netzwerkarbeit: Das Netzwerk stellt die Antworten auf die Potentiale der Zugewanderten zur Verfügung. Es geht nicht nur um "Hilfe und Unterstützung", sondern um eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe im Kontext der Potentiale der Zuwanderer, so beispielsweise in der Kleingartenanlage, im Chor, in der Krabbelgruppe, als hilfreicher Nachbar mit handwerklichem Geschick, auch im Bereich schulischer und beruflicher Qualitäten.


Qualitätsmerkmale:
  • Hoher individueller Integrationserolg
  • Arbeit mit einem üblichen Personalschlüssel, so dass
    keine zusätzlichen Kosten entstanden sind
  • mittel- und langfristig eine deutliche Senkung der Ausgaben
    öffentlicher Kassen
  • parallel: entsprechende Einnahmezuwächse.
  • Höhere Lebenszufriedenheit aller Betroffner, also
    Einheimischer und Zugewanderter
  • Ein Beitrag zur Sicherung des Sozialen Friedens

Beteiligte Im professionellen Bereich waren beteiligt die Vertreter der Integrationsarbeit in der Stadt Münster sowohl auf der Praktikerebene als auch auf der Leitungsebene. Dazu kam die Ebene der Wohnungsgeber, zur Entwicklung in der AG Xenia 36 leitende Vertreter aus dem Bereich der gesamten Stadtgesellschaft. Getragen wurde das Projekt durch die Lokalpolitik, Ausländerbeirat und Spätaussiedlervertretung in der Stadt Münster.

Ganz wichtig: Zum Erfolg haben sicherlich ungezählte und unerkannt gebliebene neue und aufnehmende Nachbarn der zugewanderten Migranten beigetragen sowie auch Ehrenamtliche im musischen, sportlichen, kulturellen, nachbarschaftlichen und anderen Bereichen.

Laufzeit 2004 - 2007

Kosten Es handelte sich um ein binationales Projekt mit Schwerpunkten auf deutscher wie auch auf niederländischer Seite. Für den deutschen Teil wurden insgesamt ca. 750 000 Euro investiert. Kofinanziers waren das Bundesland Nordrhein-Westfalen, die Provinz Overijssel, die Europäische Union mit dem Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE), außerdem die Gemeinde Enschede (NL), das ROC van Twente (NL) sowie die Stadt Münster.

Ansprechpartner Projektleiter
Jochen Köhnke, Dezernent für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten der Stadt Münster
Tel. 0251/492-7053
E-Mail koehnkej@stadt-muenster.de

Geschäftsführer des Projektes
Stephan Nover
Tel. 0251/492-7057
E-Mail nover@stadt-muenster.de.

Internet: www.muenster.de/stadt/zuwanderung/interreg.html
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Letzte Änderung: 04.10.2009